Verbraucherschutz

Verbraucherrechte Produktkennzeichnungen Prüfsiegel
Infos für Verbraucher

 

 

 

Wir Verbraucher sind gegenüber Herstellern, Händlern und Dienstleistungsanbietern strukturell vollkommen unterlegen.

 

Infolge unserer mangelnden Fachkenntnis / Erfahrung und seitens Wirtschaftsakteuren zurückgehaltener Informationen werden wir deutlich benachteiligt.

 

Anliegen und Aufgabe des Verbraucherschutzes ist es, dieses Ungleichgewicht zumindest etwas auszugleichen.

Garantie und gesetzliche Gewährleistung, Gutscheine und Einkauf im Internet

 

Oft wird von Garantie gesprochen, wenn eigentlich die gesetzlich verankerte Gewährleistung gemeint ist. Dabei handelt es sich aber um zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Unterschiede Garantie und gesetzliche Gewährleistung
Gewährleistung Garantie
Geschenkgutschein
Geschenkgutschein
Widerruf, Rückgaberecht, verschlüsselte Übermittlung
Einkauf Internet Shops

Kennzeichnungs-Labyrinth

Einige Kennzeichnungen auf Produkten bieten wichtige Informationen für die Verbraucher, welche auch auf die Kaufentscheidung Einfluss haben können.
Leider werden seitens Herstellern, Importeuren und Händlern teils mutwillig (Kennzeichenmissbrauch) oder auch auf Grund von Unkenntnis Produkte falsch gelabelt bzw. beworben. Ein Beispiel hierfür ist das "GS - Geprüfte Sicherheit" für Artikel, welche nie von einer akkreditierten Institution geprüft wurden und diesbezüglich natürlich auch keine GS-Zertifizierung existiert und dieses Prüfzeichen zu Unrecht tragen.

 

Für Verwirrung sorgen auch Händler, welche beispielsweise Artikel mit "CE-geprüft" oder "RoHS-geprüft" bewerben, obwohl erstes Humbug ist - CE ist kein Prüfzeichen und lediglich für Behörden von Bedeutung - und das Zweite eine Selbstverständlichkeit:
Wenn ein Elektro-Artikel die Stoffverbote-Richtlinie (RoHS) nicht einhalten würde, dürfte er in der EU gar nicht verkauft werden. 

CE, GS, Ökotex
Produkt - Kennzeichnungen
Identitätszeichen
Identitätszeichen

Das Identitätskennzeichen auf Verpackungen von Fleisch, Wurst, Milch- und Fischereiprodukten enthält die Zulassungsnummer - hier im Beispiel 000 - von Betrieben, die das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt haben.

 

Betriebe aus Deutschland kann man sich anhand der Nummer in folgender BVL-Datenbank anzeigen lassen:


Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Öko-Tex
Öko-Tex

Am Zeichen von Öko-Tex muß immer auch die Prüfnummer und das Prüfinstitut angegeben sein. In diesem Beispiel  wäre es das Hohenstein-Institut.

 

Wenn Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Zertifizierung bestehen, sollte man den Händler um Einsichtnahme ins Zertifikat bitten (ein guter Händler hat hiervon eine Kopie parat) oder man startet eine Anfrage per E-Mail an die Prüfstelle.

Man kann aber auch die Prüfnummer oder Marke in folgende Datenbank eingeben:

                                                                                                                             Zertifikats-Datenbank Öko-Tex

GS Geprüfte Sicherheit
GS Geprüfte Sicherheit

Am Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" muß immer auch das Logo der Prüfstelle - hier der TÜV SÜD - vorhanden sein.

 

Wenn Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Zertifizierung bestehen, sollte man den Händler um Einsichtnahme ins GS-Zertifikat bitten (ein guter Händler hat hiervon eine Kopie parat) oder man startet eine Anfrage per E-Mail an die Prüfstelle.

Teilweise gibt es auch frei zugängliche Datenbanken. Hier z.B.

                                                                                                                               TÜV SÜD             und               TÜV Rheinland

 

 


Grüner Punkt, Fairtrade, Mülltonne, Biosiegel
Produkt - Kennzeichnungen II
Produkt - Kennzeichnungen III
Produkt - Kennzeichnungen III

Gesetze und Verordnungen zur Unterstützung des Verbraucherschutzes

Verbraucherinformationsgesetz VIG

Verbraucherinformationsgesetz

 

Verbraucher können mit Hilfe des Verbraucherinformationsgesetzes konkrete Auskunft zu bestimmten Produkten oder Sachverhalten von Behörden verlangen.

Dieser Anspruch gilt nicht nur bei Gefahren oder Risiken für Gesundheit und Sicherheit, sondern er umfasst auch alle anderen wichtigen Bereiche wie etwa die Kennzeichnung, die Herkunft, die Beschaffenheit oder die Herstellung der Erzeugnisse.

 

Eine Novelle zum 1. September 2012 stärkt die Informationsrechte der Bürger noch besser.

 

Behördensuchmaschine: Hier findet man die jeweils zuständige Landesbehörde nach Region oder Thema

 

 

Veröffentlichungspflicht der Behördrn bei Grenzwertüberschreitungen, Hygienemängel
Verbraucherinformationsgesetz

Health-Claims-Verordnung

(Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel)

 

Gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln sind mit Inkrafttreten der Health-Claims-Verordnung verboten, es sei denn, sie sind von der Europäischen Kommission eingehend und wissenschaftlich auf Wirkung geprüft und damit genehmigt worden.

 

Beispiel Activia von Danone

Die Verdauung regulieren, für ein gutes Darmwohlbefinden sorgen, „Blähbauch“ bekämpfen – die Liste von Activias vermeintlichen Gesundheitswirkungen war lang. Inzwischen ist Activia nur noch „cremig“ und „lecker“.

 

Beispiel Monte Drink von Zott

Vorher wurde der „Monte Drink“ als „gesunde“ Zwischenmahlzeit beworben. Heute nennt Zott das ganze „Dessert“.

Verbotene gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmittel
Health-Claim-Verordnung

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)

 

Dieses Gesetz sollte eigentlich - so jedenfalls laut §1 - "...dem Schutz der Mitbewerber, der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der sonstigen Marktteilnehmer vor unlauteren geschäftlichen Handlungen..." dienen.

Unlauter ist u.a. das Ausnutzen von Angst oder einer Zwangslage von Verbrauchern (§4) oder Anhang zu §3 Nr.18: die unwahre Angabe, eine Ware oder Dienstleistung könne Krankheiten, Funktionsstörungen oder Missbildungen heilen.

Das dieses Gesetz nicht gut umgesetzt wird und löchrig wie ein Sieb ist, sieht man beispielsweise auf Esoterik-Messen, beim Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln oder auch in Apotheken (Homöopathische Mittelchen ohne jeglichen Wirkungsnachweis).

 

Unlautere bzw. verbotene Handlungen bei der Bewerbung von Verbraucherprodukten
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)

Wegen Irreführung verbotene Werbung (aktuelle Beispiele):

 

Werbung für Schüßler-Salze als "sanfte Begleiter in der Schwangerschaft" unzulässig - homöopathische Arzneimittel sind zwar registriert, aber auf Grund der fehlenden Wirkungsnachweise dürfen sie nicht mit Anwendungsgebieten beworben werden.

 

Testsiegel vom Deutschen Institut für Service-Qualität ist irreführend - das Möbelhaus Höffner darf nicht mehr mit dem Testurteil "Bestes Möbelhaus" werben.

 

Werbung mit "Echtheit der Ware" und "Versicherter Versand" ist unzulässig - hier handelt es sich um Selbstverständlichkeiten.

 

"Schlank im Schlaf" – Werbung für eiweißreiches Brot irreführend - zum Abnehmen ist ein die Energieaufnahme übersteigender Energieverbrauch notwendig, der naheliegender Weise nur durch körperliche Tätigkeit und nicht im Schlaf erfolgt.

 

Münzen, welche millionenfach erhältlichsind, dürfen nicht mit „amtlich streng limitiert“ beworben werden  - MDM Münzhandelsgesellschaft hatte 10-Euro-Münzen so ausgelobt - in Wahrheit wurden aber mindestens 1,5 Millionen Stück ausgegeben....