... Kinder, wie die Zeit vergeht ...


Eibenstock

 

Ich wurde im Jahre 1970 in Eibenstock geboren.


Zu jener Zeit war ich noch sehr jung, weswegen ich mich hierbei auf überlieferte und von Zeitzeugen gefasste Berichte verlassen muss.

 

Meine Kinderkrippe befand sich droben auf dem Bühlberg und mein Kindergarten drunten in der Schulstrasse.

Was sich zunächst erstmal wie ein sozialer Abstieg anhört, war dann aber doch keiner:

Die Portionen zu Mittag wurden nun erheblich größer!

Ich wuchs und wuchs und fing dann an, mich immer besser zu artikulieren.

Folgerichtig wurde ich im Jahre 1976 in die Polytechnische Oberschule oberhalb des Kindergartens in der Schulstrasse eingeschult.

Wobei hier mein Aufstieg nebst geistigen als auch körperlichem Wachstum mit einigen Höhenmetern manifestiert wurde.

Nach 10 Jahren mehr oder weniger fleissigen Lernens hinterließ ich dann meine ersten Spuren in der großen weiten Welt:

Ich begann eine Lehre in Aue und wurde schließlich Nähmaschinenmechaniker.

 

Ein wahrhaft ehrenwerter Beruf, welcher aber auf Grund des sterbenden Sozialismus und der damit verbundenen immer geringer werdenden Anzahl an Nähmaschinen zum Scheitern verurteilt war.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass uns im Staatsbürgerkundeunterricht die Kausalität "sterbender Sozialismus = weniger werdende Nähmaschinen" vermittelt wurde.
Hier hatte unser Lehrer scheinbar seine Defizite.

Bayern

Mein Weg führte mich 1992 von den "blühenden Landschaften" (Kohl 1990) in den Freistaat Bayern.

Nun, hier musste der Sozialismus schon sehr lange her gewesen sein, denn ich fand nicht eine einzige Firma mit Nähmaschinen....

 

Aber die blühenden Landschaften waren hier ganz anderer Ausprägung, was mich letztendlich zum Bleiben bewog. 

Maibaum

Na ja, und aus den Nähmaschinen wurden nun Abfüllanlagen. Sehr spannende und gute Jahre, bis zur Krise im Maschinenbau, welche mich dann den Job kostete. 

Übergangslos kam ich bei einen Triebwerkshersteller unter, wobei dies die langweiligsten und im Rückblick leider auch "verschenkte" 2 Jahre waren. Teilweise hatte ich 10 Tage am Stück nichts zu tun - und das nur, weil ein grad zuständiger Ingenieur nicht da war und die Freigabe zum Weitermachen erteilte... Dies errinnerte doch stark an den Mythos, Ossis hätten immer tagelang rumgestanden, wenn mal kein Material da war. Hier war es aber traurige Normalität. Der Verkauf der Firma an eine amerikanische Heuschrecke hatte die Entlassung von 500 Leuten zur Folge, wobei ich auf Grund der "Sozialauswahl" natürlich an vorderster Front stand. Für Viele ein Schock, für mich eher eine Erlösung! 


Nach meiner Karriere im Sondermaschinenbau wechselte ich in den Bereich Prüfung und Qualitätsmanagement. Zunächst beschäftigte ich mich mit Produkttests aller möglichen Bereiche - egal ob nun Elektrowerkzeug, Haushaltsartikel, Multimedia, Gartenleuchte und -siehe da-  ! Nähmaschinen !

 

Beim TÜV Product Service in München konnte ich mir viel Wissen in Sachen Normen, Gesetze rund um die Verkehrsfähigkeit, Dauer- und Klimatests, Erstellung korrekter Bedienungsanleitungen oder Überprüfungen diverser Zertifikate aneignen.  Die Erstellung "prägnanter und mit fundiertem Wissen bereicherter Berichte" wurde mein Steckenpferd und machte einen Teleshopping-Kanal auf mich aufmerksam. 

 

Also ging ich für 6 Jahre zum Teleshopping - oder besser "Kaffeefahrten mit der Fernbedienung" - wie ein ebenfalls ehemaliger Mitarbeiter kürzlich in einem Firmen-Bewertungs-Portal treffend schrieb  ;-)

 


Leider wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr teils esoterischer Müll verkauft. Neben überteuerten nichtsbringenden Nahrungsergänzungsmitteln, Magnetarmbändern mit "heilender Wirkung",  3 ordinäre Kunststoff-Klumpen zu 30 €, welche "die Informationen des Wassers verändern und energetisieren"  (Cleanergizer), Sensa-Pülverchen zum auf dem Hamburger streuen und "Hurra, ich nehme ab "...- um nur einiges zu nennen. Da wird gelogen dass sich die Balken biegen, Lug und Trug gehen Hand in Hand.

 

Hier wurde mir erst richtig bewusst: Ein dummer Verkäufer kann seine noch dümmeren Sachen erfolgreich verkaufen, solange es viele der um noch eine Schippe drauf dümmere Konsumenten gibt. Und so beantwortete sich auch meine Frage, warum es in der Apotheke keine Globulis gegen Dummheit zu kaufen gibt: Die Kügelchenformer und Apotheker würden sich selbst die Butter vom Brot nehmen. Insgeheim glaube ich, dass mit den Zuckerkugeln Dummheit potenziert wird. 

 

Das Alles war weit entfernt von realistischen Prüfungen im Interesse der Verbraucher. Da könnte man ja auch gleich Wünschelruten auf Funktion testen ;-)))  Hier war nun für mich "Schicht im Schacht".

Um das QM dann gänzlich das "Meine" werden zu lassen, drückte ich zur Thematik Integrierte Managementsysteme bei der TÜV SÜD Akademie in München die Schulbank.
Hier wurden mir meine erfolgreichen Abschlüsse: QM-Auditor und -Beauftragter, Projektmanager und Umweltmanagement-Beauftragter mit einer Fläche von 0,44m² an Zertifikaten bestätigt  ;-) 

Nach erfolgreicher Prüfung beim Haus der Technik Essen im Jahre 2014 konnte ich mein Sammelsurium an Zertifikaten um den Titel Brandschutzbeauftragter oder auch Fachkraft für Brandschutz erweitern.


 

Fortsetzung folgt ...

Qualität

 

 

 

Urlaubsimpressionen